Zum Gedenken an Prof. Dr. med. Wolfgang Haase

Am 17. Oktober 2026 verstarb Prof. Dr. med. Wolfgang Haase im Alter von 92 Jahren in Hamburg.

Die Orthoptik verliert mit ihm einen herausragenden Arzt, einen leidenschaftlichen Wissenschaftler und einen langjährigen beruflichen Wegbereiter für viele Orthoptistinnen und Orthoptisten.

Geboren am 13. Dezember 1933 im sächsischen Limbach, widmete Prof. Haase seine medizinische Laufbahn der Erforschung und Behandlung von Schielerkrankungen. Zwischen 1977 und 1998 prägte er als Leiter der Abteilung für Ple- und Orthoptik mit das wissenschaftliche und klinische Profil der Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf (UKE).

Als ärztlicher Leiter der Fachschule für Orthoptik am UKE war ihm die Nachwuchsförderung eine echte Herzensangelegenheit. Mit viel Engagement und hohem Anspruch ermöglichte er über die vielen Jahre hinweg unzähligen Orthoptistinnen und Orthoptisten eine fundierte und zukunftsweisende Ausbildung.

Auch in der Forschung hinterlässt Prof. Haase tiefe Spuren. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte – darunter das Binokularsehen, dabei insbesondere die Stereopsis, die physiologische Visusentwicklung sowie die Amblyopieprävention und -behandlung – setzten wichtige Impulse.
Er entwickelte den C-Test, der heute in der Amblyopiediagnostik nicht mehr wegzudenken ist, hat sich viele Jahre der apparativen Schulung des sehschwachen Auges, der aktiven Pleoptik, gewidmet und legte immer viel Wert auf die Diagnostik der binokularen Zusammenarbeit. Er war Autor einiger Kapitel bereits in der ersten Ausgabe des Lehrbuchs Strabismus (1986) sowie in dessen weiteren Ausgaben.

Seine Expertise brachte er zudem aktiv in zahlreichen nationalen sowie internationalen Fachgesellschaften, Gremien, Kommissionen ein. Er hat zahlreiche wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlicht, deren Inhalte noch heute maßgebliche Bedeutung haben. 

Über seine fachlichen Verdienste hinaus bleibt Prof. Haase vor allem als Mensch unvergessen. Für Kollegen, Studierende, Orthoptistinnen und Orthoptisten sowie sein Team war er stets ein Ansprechpartner auf Augenhöhe. Seine Empathie und seine unaufgeregte, kollegiale, väterliche Art wurde immer hoch angesehen.

Wir verlieren mit ihm eine in der Orthoptik sehr geschätzte Persönlichkeit, dessen Vermächtnis in den von ihm ausgebildeten Generationen und behandelten Patienten weiterleben wird.

Unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen Wegbegleitern.

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