GaViD-Sinne – Ganzheitliche Versorgungsstützpunkte und interdisziplinäre Diagnostik für Menschen mit Sinnesbehinderung

Autorinnen: Melissa Glomb, Tabea Sadowski

GaViD-Sinne ist ein Projekt zur Verbesserung der Diagnostik und Versorgung von Menschen mit bestehender oder vermuteter Taubblindheit/Hörsehbehinderung, insbesondere bei komplexen oder schwer einschätzbaren Sinnesbeeinträchtigungen. Das Projekt wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefördert (Förderkennzeichen: 01NVF23101).

GaViD-Sinne ist ein Konsortialprojekt aus Facheinrichtungen und Universitätskliniken. Neben dem Deutschen Taubblindenwerk als Konsortialführung sind die Blindeninstitutsstiftung und die Nikolauspflege sowie die Medizinische Hochschule Hannover, die Charité Berlin, das Universitätsklinikum Würzburg und das Universitätsklinikum Tübingen beteiligt; die wissenschaftliche Evaluation erfolgt durch die Sektion Versorgungs- und Rehabilitationsforschung des Universitätsklinikums Freiburg. Ergänzt wird das Konsortium durch die AOK Baden-Württemberg.

Ziel des Projekts ist es, die häufig fragmentierte Diagnostik von Seh- und Hörvermögen bei Menschen mit komplexen Sinnesbeeinträchtigungen zu strukturieren und interdisziplinär zusammenzuführen. Gerade bei Patientinnen und Patienten mit zusätzlichen kognitiven, neurologischen oder kommunikativen Einschränkungen ist eine zuverlässige Einschätzung der Sinnesfunktionen oft erschwert. GaViD-Sinne verfolgt daher einen integrativen Ansatz, bei dem ophthalmologische und HNO-medizinische Diagnostik mit der pädagogisch-rehabilitativen Perspektive zusammengeführt wird.

Dafür arbeiten an vier Standorten in Deutschland (Hannover, Berlin, Würzburg und Stuttgart) die auf die Versorgung und Begleitung von Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung spezialisierten Facheinrichtungen mit den jeweiligen Hochschulkliniken zusammen. In sogenannten Diagnostik- und Versorgungsstützpunkten (DVSP) werden vorhandene Befunde strukturiert erhoben und vorbereitet. Die weitere Abklärung erfolgt in enger Abstimmung mit den beteiligten Augen- und HNO-Kliniken. Wöchentliche interdisziplinäre Fallbesprechungen ermöglichen eine koordinierte diagnostische Planung sowie die Ableitung individueller Versorgungs- und Förderempfehlungen.

Das Angebot richtet sich an Menschen aller Altersgruppen mit bestehender oder vermuteter Hörsehbehinderung bzw. Taubblindheit, insbesondere wenn das Seh- und Hörvermögen aufgrund zusätzlicher Beeinträchtigungen schwer einschätzbar ist. Eine Inanspruchnahme ist bundesweit möglich und nicht an ein regionales Einzugsgebiet gebunden.

Eine ärztliche Überweisung ist nicht erforderlich.

Das Angebot steht Patientinnen und Patienten bis Ende September 2026 kostenfrei zur Verfügung.

Weitere Informationen sowie Kontaktangaben der einzelnen Standorte sind auf der Homepage: www.gavid-sinne.de zu finden.

Bei allgemeinen Fragen zum Projekt können Sie sich zudem wenden an:

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