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FÜR ZWEI STARKE AUGEN

Die diesjährige 33. Konferenz der Fachberufe im Gesundheitswesen fand wie im letzten Jahr virtuell statt. Der Themenschwerpunkt lag dabei in der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung mit Schwerpunkt auf der Telematikinfrastruktur und deren Umsetzung.

„Die Digitalisierung des Gesundheitssystems bringt einschneidende Veränderungen mit sich. Das gilt auch mit Blick auf die Kooperation zwischen den Gesundheitsfachberufen“, sagte Dr. Ellen Lundershausen, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer und Vorsitzende der Fachberufekonferenz. „Im Sinne einer bestmöglichen Patientenversorgung und Patientensicherheit sind alle Gesundheitsfachberufe aufgerufen, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten beim Einsatz digitaler Instrumente weiter zu vertiefen“, forderte Lundershausen. Dies müsse unbedingt mit der gebotenen Sorgfalt und ohne Druck von außen geschehen. In diesem Zusammenhang verwies sie auf den diesjährigen 124. Deutschen Ärztetag in Berlin, der vor einer in erster Linie politisch motivierten Digitalisierung ohne Rücksicht auf Nutzen und Praxistauglichkeit gewarnt hatte (aus der Pressemitteilung der BÄK vom 21.06.2021).

Neben der Umsetzung der Telematikstruktur in den Praxen stellt sich die Frage, wie gerade die ältere Bevölkerung an der digitalen Versorgung teilnehmen kann. Zu diesem Thema präsentierte Prof. Dr. Stefan Schmidt, Experte für Pflege- und Versorgungskonzepte an der Hochschule Neubrandenburg, die Studie SaLSA („Selbstbestimmtes aktivierendes Leben und Sicherheit im Alter“). Dabei zeigte sich, dass durch moderierte Videokonferenzen soziale Kontakte gefördert werden konnten. In einem neuen Projekt wird nun die IT-Technik gezielt eingesetzt, um Kommunikations- und Austauschmöglichkeiten zwischen den zu Pflegenden und dem Versorgungsumfeld anzubieten. Dafür wurden die Studienteilnehmer mit einem Tablet ausgestattet und eingewiesen. Das Zwischenergebnis war bei einem Durchschnittsalter von 82 Jahren sehr positiv und lässt auf eine Erleichterung für alle Beteiligten hoffen.

Der im weiteren Verlauf der Diskussion aufkommende Tenor, dass es für die Gesundheitsfachberufe an einer Digitalisierungsstrategie in der Aus-, Weiter- und Fortbildung mangelt, kann ich für unseren Berufszweig nicht erkennen. Die Zahl der BOD-Mitglieder, die sich auf digitalem Weg fort- und weitergebildet hat, steigt in den letzten 18 Monaten stetig. Hier macht uns eher der schlechte Ausbau der Infrastruktur gerade in den ländlichen Gebieten Probleme, jedoch nicht die Einstellung und Fähigkeit der Mitglieder. Für den BOD kann aus der Geschäftsstelle berichtet werden, dass es dabei auch keine Kluft zwischen Generationen gibt. Daher sehen wir keine Probleme bezüglich der weiteren Digitalisierung im medizinischen Bereich auf Seiten der Orthoptist*innen.

Bezüglich der Umsetzung der Telematik für Orthoptist*innen werde ich Ihnen im Verbandsbrief im Sommer eine Zusammenfassung geben.

 

Melanie van Waveren